Neurobiologie der Pädosexualität
Prof. Dr. Boris Schiffer

Nicht jeder Pädophile begeht sexuelle Missbrauchsdelikte an Kindern und nicht jeder Kindesmissbrauch ist pädophil motiviert. Im Rahmen dieses Vortrags werden Befunde eines vom BMBF geförderten Verbundprojektes (www.nemup.de) vorgestellt, in dessen Rahmen pädophile Männer mit und ohne hands-on Delinquenz sowie nicht pädophile Männer mit und ohne hands-on Delinquenz mittels diverser psychometrischer und neurobiologischer Methoden untersucht wurden. Dadurch war es möglich, insbesondere neurobiologische Auffälligkeiten/Mechanismen aufzuklären, die mit sexuellem Kindesmissbrauch assoziiert sind, während neurophysiologische Korrelate der sexuellen Präferenz(störung) mit den eingesetzten Methoden nur in sehr viel begrenzterem Maße identifiziert wurden. Die Ergebnisse untermauern die Annahme, dass die beiden Phänomene unterschiedliche neurobiologische Ursachen haben.