Beurteilung der Interventionsnotwendigkeit bei Gefahr extremistischer Gewalt (2 Tages-Workshop)
Prof. Dr. Jérôme Endrass, PD Dr. Astrid Rossegger, Valerie Profes

Oslo, Paris, Bruxelles, Berlin, München und jetzt Stockholm. Die Liste von Anschlagsorten wird länger, genauso wie die Listen von Kriegsrückkehrern aus Syrien sowie die der Personen, die mit extremistischen Inhalten in sozialen Netzwerken und Aktivitäten in extremistischen Kreisen auf sich aufmerksam gemacht haben. Vor dem Hintergrund der grossen Anzahl von Personen, die in irgendeinem Kontext extremistisches Gedankengut verbreiten, ist es notwendig, diejenigen Aktivisten zu identifizieren, die bereit sind, die Handlungsschwelle zu überschreiten. Ähnlich wie bei Drohungen und Stalking kann man auch bei der Beurteilung von Personen mit extremistischen Ideen davon ausgehen, dass nur eine kleine Zahl effektiv gewalttätig in Erscheinung treten werden. Aus der Perspektive des Risiko-Managements ist es nun zwingend, dass der Fokus der Deeskalation auf die Gruppe der tatgeneigten Extremisten gelegt wird. Im Workshop werden Methoden vorgestellt, um die Gruppe der Tatgeneigten sehr sensitiv und hinreichend spezifisch zu identifizieren. Zudem wird eine neue Form der interventionsfokussierten Risikobeurteilung eingeführt.