Veränderungen im Strafrecht. Von der Repression zur Prävention
Niklaus Oberholzer

Das Strafrecht hat sich in den vergangenen 30 Jahren von einem Repressions- zu einem Präventionsinstrument gewandelt. Dementsprechend steht nicht mehr die Bestrafung für begangenes Unrecht, sondern die Vermeidung künftiger Straftaten im Vordergrund. Wenn es im Strafrecht aber nicht mehr um Schuldausgleich, sondern um den Ausschluss potentieller Risiken für die Zukunft geht, dann sind auch nicht mehr harte Fakten, sondern Prognosen gefragt. Der methodische Ansatz wandelt sich von der individuellen Zuschreibung von Verantwortlichkeit zur zu Wahrscheinlichkeitsaussagen und Risikoprofilen.